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Torffreie Erde

Jedes Jahr das glei­che Spiel, wo torf­freie Anzucht­erde herbekommen.

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Wir haben das Glück die vom Maul­wurf vor­be­rei­te­ten Hügel abtra­gen zu kön­nen. Gemischt mit etwas Sand und unse­rer Erde ist das eine gute Mischung. Aber was tun wenn keine Maul­würfe Erde bereit stel­len? Oder was sol­len Bal­kon­gärt­ne­rIn­nen tun. Der BUND hat eine Liste mit torf­freien Erden zusam­men­ge­stellt. Am ein­fachs­ten ist noch die Erde von Neu­dorff Neu­do­hum zu bekom­men. In den Bau­märk­ten vor Ort bin ich aller­dings nicht fün­dig gewor­den. Auch die soge­nann­ten Bio-Erden in den Bau­märk­ten beste­hen aus Hoch­moortorf. Nach­dem ich alle Blu­men­er­de­sä­cken in so jedem nähe­ren Baum­rkt gewen­det habe, war ich doch leicht frus­triert. Ich habe dann noch jeweils bei dem zustän­di­gen Ein­kaufs­lei­ter nach torr­freier Erde gequakt… und nächs­tes Jahr frage ich wie­der nach!

Im Netz bin ich dann fün­dig gewor­den ( Neu­do­hum von Neu­dorff und Flo­ra­g­ard gibt es z.B. bei der pflanzotheke.de ( Neu­do­hum, Flo­ra­g­ard und Compo torf­frei (Vor­sicht gibt auch torf­hal­tige von Compo) oder schneckenprofi.de).

Torf­frei gärt­nern – warum eigentlich?

Torf gehört ins Moor und nicht in den Garten!

Torf bil­det sich nur in Moo­ren. Moore ent­ste­hen durch eine stän­dige Über­sät­ti­gung an Nie­der­schlags– und Grund­was­ser. Durch den mit dem Wasserüberschuss ein­her­ge­hen­den Sau­er­stoff­man­gel kommt es zu einem unvoll­stän­di­gen Abbau von Pflan­zen­tei­len und der Ent­ste­hung von Torf, der abge­la­gert wird. Die Torf­schicht wächst pro Jahr nur etwa einen Mil­li­me­ter, es dau­ert daher also tau­send Jahre, bis ein ein­zi­ger Meter Torf ent­stan­den ist.

Moor­schutz ist Klimaschutz

Moore stel­len eine enorme CO2-Senke dar. Durch die Torf­bil­dung im Moor wird das Treib­haus­gas CO2 aus der Atmos­häre lang­fris­tig gebun­den. Welt­weit neh­men Moore etwa drei Pro­zent der Land­flä­che ein. Diese Moor­flä­chen spei­chern etwa dop­pelt so viel Koh­len­stoff wie alle Wald­re­gio­nen zusam­men. Der Koh­len­stoff­ge­halt in deut­schen Moo­ren beträgt 1.200 Mio t. Wer­den sie zer­stört, ent­wei­chen große Men­gen des kli­ma­re­le­van­ten CO2. Geschä­digte Moore gehö­ren damit zu einer der größ­ten Treibhausgasquellen.

Tor­fab­bau ist Artensterben

Moore sind Lebens­räume, in denen zahl­rei­che hoch spe­zia­li­sierte Tier– und Pflan­zen­ar­ten vor­kom­men. Die Zer­stö­rung der Moore durch den Tor­fab­bau führt zu einem dra­ma­ti­schen Artenrückgang. So kön­nen z.B. der Son­nen­tau, ver­schie­dene Orchi­deen sowie zahl­rei­che Libel­len­ar­ten und Schmet­ter­ling nur in intak­ten Moo­ren überleben. Von 209 höhe­ren Pflan­zen­ar­ten in Deutsch­lands Moo­ren sind rund 60 % vom Aus­ster­ben bedroht bzw. sind schon aus­ge­stor­ben. Dazu gehö­ren z.B. Ros­marin­heide Moos­beere, Sumpf­bär­lapp, Son­nen­tau, Moor­li­lie, Mol­te­beere sowie die Torf­moose selbst, 80 % der Moose sind vom Aus­ster­ben bedroht.
Bei den Tier­ar­ten sind vor allem das Birk­huhn, Gro­ßer Brach­vo­gel, Korn­weihe, Bekas­sine, Rot­schen­kel, Zie­gen­mel­ker, Gold­re­gen­pfei­fer und Sump­fohreule hoch­gra­dig vom Aus­ster­ben bedroht.

Tor­fab­bau ist Ressourcenraubbau

9 Mil­lio­nen Kubik­me­ter Torf wer­den in Deutsch­land jähr­lich ver­braucht, etwa zwei Mil­lio­nen davon fin­den im Hob­by­be­reich Ver­wen­dung. Heute wird in Deutsch­land vor­wie­gend in nord­deut­schen Moo­ren auf einer Flä­che von 30 000 ha Torf abge­baut. Wer­den die Moore im der­zei­ti­gen Tempo wei­ter zer­stört, sind die in Deutsch­land zum Abbau geneh­mig­ten Torf­vor­räte in spä­tes­tens zehn Jah­ren erschöpft. Ein gro­ßer Teil der heute in Deutsch­land ver­wen­de­ten Torfe kommt inzwi­schen aus Est­land, Lett­land und Litauen, dort wird die Moor­zer­stö­rung fortgesetzt.

Moor­schutz ist Hoch– und Grundwasserschutz

Moore üben wich­tige Funk­tio­nen in Land­schaft und Ökolo­gie aus. Sie spei­chern extreme
Men­gen an Was­ser und wir­ken sich des­halb posi­tiv aus­glei­chend auf das örtli­che Klima aus. Ihre Was­ser­spei­cher­fä­hig­keit bewirkt, dass die Hoch­was­ser­ge­fahr wesent­lich ver­rin­gert wird, denn zunächst saugt sich das Moor voll­stän­dig mit dem Hoch­was­ser voll, und gibt es dann erst lang­sam wie­der ab.

(Quelle: Mate­ria­lien zum Moor BUND)

www.bund.net

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3 Kommentare

  1. Ein wirk­lich guter Arti­kel, bis jetzt war mir das gar nicht so klar. Zum Glück kommt bei uns ein gro­ßer Teil der Erde aus dem Kom­pos­ter. Aber ich hoffe das ich hier in der nähe auch Anzucht­erde ohne Torf bekomme ?!

  2. Pingback: Experiment: Torffreies Substrat zur Pflanzenanzucht I « Projekt Landeier

  3. hi steff,
    ja, da muss ich klaus bei­pflich­ten: sehr guter arti­kel über ein thema, das ich in ande­ren gar­ten­blogs noch nicht bemerkt hätte — dabei ist das wirk­lich wich­tig, wie du rich­tig schreibst. ich bin mir des­sen aller­dings auch noch nicht so lange bewusst und war letzt im bau­markt auch völ­lig frus­triert. 2 von ca. 20 säcken waren torf­frei — das darf doch nicht wahr sein! und dann die preise! wenn der ver­lust des moo­res in den preis ein­ge­rech­net würde, müss­ten diese blu­men­er­den deut­lich teu­rer sein als die torf­freien.
    viele grüße
    daniel

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