Gen-Mais MON810: Nur ein Verbot schützt!
Derzeit wird in Europa nur eine Gentechnik-Pflanze kommerziell angebaut: der Mais MON810 des multinationalen Saatgut-Konzerns Monsanto. Ein Riesen-Fehler: Die Pflanzen geben permanent Gifte ab. Der Mais wird verfüttert und landet damit als Käse, Milch, Eier und Fleisch auf unseren Tellern. Obwohl die Auswirkungen auf unsere Gesundheit weitgehend unerforscht sind. Wind und Insekten verbreiten die Pollen des Gen-Maises über viele Kilometer und verunreinigen die Ernten gentechnikfrei wirtschaftender Landwirte sowie den Honig vieler Imker.
Österreich, Ungarn, Griechenland, Polen, Rumänien und Frankreich haben den Anbau bereits verboten. Der bisherige Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer hat sich gegen ein Anbauverbot gestemmt (Anbau von MON810 in Deutschland). Nun muss seine Nachfolgerin Ilse Aigner diesen Fehler korrigieren und endlich den Anbau von MON810 verbieten!
MON810: eine unnötige Erfindung
Der Gentechnik-Mais MON810 des Konzerns Monsanto, der rund 90 Prozent des weltweiten Marktes für Gentechnik-Saatgut kontrolliert, ist ein Bt-Mais: In seine DNA wurde ein Gen des Bakteriums Bacillus thuringiensis (Bt) eingeschleust. Dieses produziert ein Gift, welches bei Verzehr auf die Larven eines Kleinschmetterlings tödlich wirkt – dem Maiszünsler. Völlig unnötig! Denn der Befall durch den Schädling kann auch durch eine vielfältige Fruchtfolge oder das Unterpflügen der Erntereste vermieden werden.
Die Gefahren des Gen-Maises
1. Gentechnikfreie Landwirtschaft und Imker bedroht
Felder mit MON810 machen den gentechnikfreien Anbau von Mais auf lange Sicht unmöglich: Wind und Insekten tragen die Gen-Pollen über sehr große Entfernungen auf gentechnikfreie Felder. Über gemeinsam genutzte Erntemaschinen gelangt Gen-Saatgut in die Bestände der gentechnikfreien Landwirtschaft. Damit schleicht sich gentechnisch verändertes Erbgut in den Anbau von gentechnikfrei wirtschaftenden Landwirten. In den USA und Kanada ist dies schon Realität: Dort gibt es keinen Mais mehr ohne Spuren von Gentechnik. Auch für Imker kann MON810 Existenz bedrohend sein: Tragen die Bienen die Pollen von Gen-Mais in den Honig, ist dieser unverkäuflich (Urteil des Verwaltungsgerichts Augsburg, Mai 2008 ).
2. Keine Wahlfreiheit für Verbraucher/innen
Wenn sich Gentechnik in die Ernte von gentechnikfrei wirtschaftenden Landwirten mischt, verlieren wir Verbraucher/innen die Freiheit, zwischen Lebensmitteln mit und ohne Gentechnik zu wählen. Dabei sind die Auswirkungen des Verzehrs von gentechnisch veränderten Pflanzen auf unsere Gesundheit nur unzureichend erforscht. Dazu benötigt würden Langzeitversuche. Statt diese durchzuführen, machen die Gentech-Konzerne Millionen Menschen zu Probanden.
3. Risiken für die Umwelt
Auch das Wissen über die Auswirkungen von Gen-Pflanzen auf ökologische Systeme ist gering. MON810 setzt auf Grund seiner Insektenresistenz erhebliche Toxinmengen frei. Deren Wirkung auf Schmetterlinge, Regenwürmer und Honigbienen ist weitgehend ungeklärt. Wissenschaftliche Studien haben aber immer wieder auf erhebliche Risiken und die große Unsicherheit im Umgang mit diesen hingewiesen (Bundesamt für Naturschutz, November 2007; Wissenschafts-Ausschuss der franz. Regierung).
4. Keine Antwort auf die Nahrungsmittelkrise
Befürworter der Gentechnik versprechen höhere Ernten und nahrhaftere Produkte, die dem Kampf gegen den Hunger zugute kämen. Doch für Kleinbauern in den Ländern des Südens ist das Saatgut nur teuer zu erwerben, zudem müssen sie spezielle Pestizide einsetzen. Die traditionelle Weitervermehrung des Saatguts ist verboten. Die Kleinbauern verschulden sich beim Saatgut-Erwerb und machen sich abhängig von großen Gen-Konzernen — ohne dass diese halten, was sie versprechen.
Seehofers Nachfolger/in muss handeln!
MON810 wurde bereits vor zehn Jahren in der Europäischen Union zum Anbau zugelassen. Die Risiken des Gen-Mais wurden dabei nicht beachtet. Denn in den wissenschaftlichen Behörden, auf deren Stellungnahmen die europäischen Gentechnik-Genehmigungen beruhen, sitzen Befürworter/innen der Agro-Gentechnik, die die Interessen der Gentechnik-Industrie vertreten (Studie zum Gentechnik-Filz). Die Zulassungsanträge der Gentech-Konzerne werden hier einfach nur abgenickt. Selbst der ehemalige Landwirtschaftsminister Horst Seehofer kritisierte die Praxis als unzureichend (zu Seehofers Kritik). Eine Reform dieser Zulassungs-Prozedur wird daher schon seit Jahren diskutiert und aktuell auf europäischer Ebene verhandelt.
Doch da immer mehr negative Folgen des Anbaus von Gen-Mais bekannt geworden sind, hat sich in den letzten Jahren Widerstand gegen den Gen-Mais geregt: Immer mehr Regierungen entscheiden sich für ein Verbot von MON810 in ihren Ländern. Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich, Polen und Rumänien haben die Gen-Saat bereits untersagt. Kürzlich verwies auch das Bundesamt für Naturschutz auf die Risiken des Anbaus (Bundesamt für Naturschutz, November 2007). Jetzt muss Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner endlich handeln: Sie muss ein nationales Verbot erlassen!
Auch in der EU wird demnächst über MON810 entschieden: Dessen EU-Genehmigung läuft dieses Jahr aus. Die Europäische Kommission und die EU-Regierungen müssen neu entscheiden, ob sie den Gen-Mais noch einmal zugelassen. Ministerin Ilse Aigner muss in Brüssel mit Nein stimmen!
Textquelle: Weiter informieren und Film gucken http://www.campact.de/gentec/pc2/pcard
